: Sieben Jahre für Millionenbetrüger
■ Anlagebetrüger in Oldenburg verurteilt / 111 Mio Schaden
Der ehemalige Chef des Anlageunternehmens Cash & Cash aus Bad Zwischenahn, Volker Röver (36), muß für sieben Jahre ins Gefängnis. Das hat die Oldenburger Wirtschaftsstrafkammer am Montag nach neuntägiger Verhandlungsdauer entschieden. Die Anklagebehörde hatte eine siebeneinhalbjährige Strafe gefordert. Die Verteidigung hielt eine sechseinhalbjährige Strafe für angemessen.
Das Gericht befand Röver des Betruges in 8 887 Einzelfällen für schuldig. Die Gesamtschadenssumme läge bei 111 Millionen Mark, wovon sich der Angeklagte 23 Millionen Mark in die eigene Tasche gesteckt habe. Für besonders verwerflich hielt das Gericht die Tatsache, daß Röver mit seiner Firma Cash & Cash vor allem Personen aus den neuen Bundesländern „abgezockt“ habe. Diese seien wirtschaftlich noch unerfahren gewesen.
Röver habe seine Kunden mit dem sogenannten Schneeballsystem hinters Licht geführt. Von 1990 bis 1993 habe er damit rund 4 000 Personen um deren Ersparnisse gebracht. Fällige Renditen habe er nicht aus angelegtem Geld, sondern aus Neueinzahlungen von Anlegern gezahlt. Von Anfang an habe der 36jährige den Betrug geplant, meinte der Richter. Strafmildernd wertete das Gericht das Geständnis des Angeklagten. dpa
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen