piwik no script img

Sexuelle Gewalt vor Gericht

■ Schauspielersohn von Freund der Familie mißbraucht

Den Kindern blieb der Auftritt vor Gericht erspart. Nicht so dem Täter, Michael K., der sich seit gestern vor dem Hamburger Landgericht wegen sexueller Gewalt verantworten muß. Er soll mehrfach den sechsjährigen Sohn des Münchner Schauspielers Uwe Ochsen-knecht sexuell mißbraucht haben. Zum Teil, so erklärte K.s Rechtsanwalt Winfried Günnemann, habe sein Mandant die Tat gestanden. Damit scheint sich die Aussage des Opfers erübrigt zu haben.

Direkt nach Verlesung der Anklage wurde die Öffentlichkeit vom Prozeß ausgeschlossen, um die Privatsphäre von Täter und Opfer zu schützen.

Vorgeworfen wird dem 26jährigen Michael K., zwischen Januar und Mai vergangenen Jahres sechs mal den einen der beiden Söhne der Familie Ochsenknecht sexuell mißbraucht zu haben. Dies, so erläuterte Staatsanwältin Doris Alexy-Girardet bei der Verlesung der Anklageschrift, geschah in einer Hamburger Wohnung sowie in Hotelzimmern in Hamburg und Dänemark. Der 26jährige, ein Bekannter der Ochsenknechts, habe sich unter anderem beim gemeinsamen Aufbau einer Ritterburg, beim Spielen, Waschen und in einem Freizeitpark an dem Jungen vergangen.

Aufgefallen waren erste Anzeichen der Mißhandlung einem Kindermädchen der Familie. Ihr vertrauten sich schließlich beide Jungen an: Michael K. soll sie mit den Worten eingeschüchtert haben: „Wenn Du etwas verrätst, kommen Mama und Papa nicht mehr nach Hause.“ Die Familie erstattete daraufhin Anzeige wegen des Mißbrauchs ihrer beiden Kinder. Die Ermittler hätten das aber nur bei dem älteren Sohn nachweisen können.

Michael K. war am 3. Oktober vergangenen Jahres bei der Rücckehr von einer Urlaubsreise auf dem Hamburger Flughafen festgenommen worden. Der 26jährige ist einschlägig vorbestraft: 1992 stand er in Norderstedt und 1994 in Neumünster wegen sexuellen Mißbrauchs von Kindern vor Gericht.

Elke Spanner

Unser Mittel gegen Antifeminismus

Wir machen linken Journalismus aus Überzeugung: kritisch, unabhängig und frei zugänglich für alle. Es gibt keinen Bezahlzwang, keine Paywall. Das geht nur, weil sich viele freiwillig beteiligen und unsere Arbeit unterstützen. Auch im Digitalen muss Journalismus, der für mehr Gleichberechtigung eintritt, finanziert werden. Unsere Leser:innen wissen: Journalismus entsteht nicht aus dem Nichts. Damit wir auch morgen noch unsere Arbeit machen können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon über 48.000 Menschen machen mit und finanzieren damit die taz im Netz - kostenlos für alle. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5 Euro sind Sie dabei. Jetzt unterstützen