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■ Sexuelle Belästigung bei der UNOGenfer Protokollchef Ülkümen abgetaucht

Genf (taz) – An der Behauptung der UNO-Spitze, ihr Genfer Protokollchef Mehmet Ülkümen sei lediglich wegen „Verkehrsdelikten“ vom Dienst suspendiert worden, gibt es immer mehr Zweifel. Mindestens fünf Frauen beschuldigen ihn, sie sexuell belästigt zu haben. Gestern zog die Genfer UNO- Sprecherin Therese Gastaut ihre am Mittwoch gegebene Zusage zurück, Einzelheiten des angeblichen Verkehrsdelikts zu veröffentlichen. Sie begründete ihren Rückzieher mit Anweisungen aus dem Büro von UNO-Generalsekretär Butros Butros Ghali. Will die Schweizer Polizei Verkehrsverstöße von UNO-Beamten verfolgen, muß sie sich über die Schweizer UN-Botschaft in Genf an die UNO wenden. In Sachen Ülkümen ist die Polizei dort jedoch nie vorstellig geworden.

Die New Yorker UNO-Angestellte Catherine Claxton hat unterdessen eine Schadensersatzklage gegen Generalsekretär Ghali eingereicht. Im März hatte eine UNO-interne Untersuchung festgestellt, daß Claxton 1988 von dem damaligen stellvertretenden Generalsekretär Luis-Maria Gomez sexuell belästigt und – als sie sich zur Wehr setzte – in ihrer Karriere behindert worden war. Eine erst Anfang 1993 in Gang gekommene Untersuchung hatte diese Vorwürfe bestätigt. Gomez trat daraufhin zurück. azu

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