: Sexuelle Belästigung als Video
Tokio (AFP/taz) – Japanische Männer scheinen im Umgang mit Kolleginnen etwas unterbelichtet zu sein. Wie sonst ist es zu erklären, daß das japanische Arbeitsministerium eine 24minütige Videokassette erstellt hat, mit der männliche Angestellte darüber aufgeklärt werden sollen, was sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz bedeutet. Dazu werden typische Situationen von Schauspielern nachgestellt, etwa eine Szene, in der ein Mann eine Kollegin dazu zwingt, sich ein Pornoheft anzuschauen. Ein Sprecher des Ministeriums erklärte gestern, etwa hundert Aufklärungskassetten seien bereits an japanische Präfekturen verschickt worden. Sie sollen leihweise an interessierte Personen und Vereinigungen abgegeben werden. Das Video wird außerdem von einer dem Arbeitsministerium angeschlossenen Organisation verkauft.
Sexuelle Belästigung wird in dem Video definiert als „sexuelle Bemerkungen oder Handlungen gegen den Willen einer Person und Benachteiligung dieser Person am Arbeitsplatz, falls sie darauf negativ reagiert, mit dem Ergebnis, daß sich das Arbeitsklima verschlechtert“. Aus einer Untersuchung, die das Arbeitsministerium im vergangenen Herbst in Auftrag gab, geht hervor, daß jede vierte Japanerin nach eigenen Angaben bereits Opfer sexueller Belästigungen am Arbeitsplatz wurde.
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen