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Serben ziehen Schlinge um Sarajevo enger

■ UNHCR evakuiert Serben aus Pakrac

Sarajevo/Zagreb/Pakrac (AP/ rtr/wps) – Im serbischen Korridor in Nordbosnien sind gestern schwere Kämpfe aufgeflammt, die offenbar auch auf kroatisches Gebiet übergegriffen haben. Die bosnischen Serben räumten erstmals ein, daß sie unter dem Druck von Angriffen 45 Kilometer Straße schließen mußten.

In der bosnischen Hautstadt Sarajevo wurden beim Einschlag von Mörsergranaten acht Menschen verletzt. Am Vortag hatte ein Abschnittskommandeur im von Serben gehaltenen Teil des Olympischen Dorfes Dobrinija damit gedroht, jeden Zivilverkehr in und aus der Stadt auf der einzig noch offenen Straße nach Westen zu unterbinden. Dann könnte Sarajevo nur noch von UN-Konvois erreicht werden, die jedoch oftmals keine Durchfahrtgenehmigung von den serbischen Belagerern erhalten.

In Ostkroatien nahe der Grenze zu Serbien stiegen die Spannungen ebenfalls. Nach UN-Angaben lösten Serben am Morgen südlich von Osijek Mörserduelle mit von Kroaten gehaltenen Dörfern aus. Die Lage gilt als besonders gefährlich, da die serbische Besetzung unter der Kontrolle der jugoslawischen Armee steht.

In der westslawonischen Ortschaft Pakrac, die letzte Woche von der kroatischen Armee erobert worden war, evakuierte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Dienstag 72 Serben. Obwohl die kroatische Regierung zugesichert hatte, die Rechte der Serben zu garantieren, haben diese Angst zu bleiben. Nach Angaben von Augenzeugen hatten betrunkene kroatische Soldaten und Polizisten am Montag abend einige Serben bedroht. Das UNHCR hat außerdem mit einem Lkw-Konvoi 67 Tonnen Nahrungsmittel nach Banja Luka gebracht, wohin rund 7.000 Serben aus Westslawonien geflüchtet waren.

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