piwik no script img

Selbst ist der Brauer

Bottich, Hopfen, Malz, Schlauch, Thermometer, kleine Hefekrümel, alles im Paket. Zu Hause sind Wasser, Kochlöffel und viel, viel Zeit. Der Verkäufer von besserbrauer.de sagte vier Stunden, sagte „idiotensicher“. Doch das Bierbrauteam ist sich nicht so sicher, sucht in der Küche erst mal nach großen Töpfen, nach Trichterprovisorien fürs Maischen, Läutern, Hopfenkochen. Wasser und Malz eine Stunde auf 65 bis 69 Grad zu halten, misslingt. Das Team öffnet sich aus Frust schon ein Supermarktbier. Irgendwann ruht der Bottich voll in der Zimmerecke wie einer, der den Rausch ausschläft. Vier Wochen und eine Flaschengärung später ward ein Indian Pale Ale geöffnet, orangig im Geschmack und leicht metallisch im Abgang. Vielleicht ist das Bierbrauset doch idiotensicher. Es kostet rund 70 Euro, sehr viel Warterei für wenig Bier. Zur Kasse gehen ist einfacher. Aber nicht so witzig. Geraldine Oetken

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen