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Schütze stellt sich der Polizei

■ Türke tötete „in Notwehr“ Germersheimer Gangster

Frankfurt/Main (taz) – Wie das Polizeipräsidium Rheinpfalz am Mittwoch mitteilte, hat sich der Mann, der in der Sylversternacht in einer Gaststätte in Germersheim drei Räuber von der Türkischen Kommunistischen Partei/Marxisten-Leninisten (TKP/ML) erschossen hat, der Polizei gestellt. Der türkische Staatsbürger, so die Polizei, habe angegeben, in Notwehr gehandelt zu haben. Nach den Schüssen auf die am Tatort eintreffende Polizei seien er und die übrigen Gäste im Lokal weiterhin mit Schußwaffen bedroht worden.

Die insgesamt vier Gangster, die neben Faustfeuerwaffen auch über eine Maschinenpistole verfügten, hatten vor dem Raubüberfall auf die 23 türkischen Gäste erklärt, daß sie Geld für die TKP/ML „sammeln“ würden.

Zu weiteren Auskünften war die Polizei auch gestern nicht bereit – „zum Schutze der betreffenden Person“.

Daß es die TKP/ML nicht tatenlos hinnehmen werde, daß drei ihrer Mitglieder erschossen wurden, vermuten auch Kenner der türkischen Szene in Deutschland in Frankfurt am Main.

Die im Namen der TKP/ML agierenden Gruppen seien streng hierarchisch „nach dem Führerprinzip“ strukturiert. Befehle der Gruppenführer, so ein Ex-TKP/ ML-Mitglied, würden widerspruchslos ausgeführt – „auch Mordbefehle“.

Für gestern hatte das „Zentralkomitee“ der Partei mit Sitz in Duisburg zur – inzwischen verbotenen – „Trauerdemonstration“ für die „ermordeten Kämpfer“ in Mannheim aufgerufen. Bekannte des aus Frankfurt am Main stammenden TKP/ML-Mitglieds, Mustafa A. (29), der bei dem Raubversuch in Germersheim erschossen wurde, zeigten sich „erschüttert“. Mustafa A. sei in der Nacht mit seinen Genossen auf „Raubzug“ gewesen, in der seine hochschwangere Frau in die Entbindungsklinik eingeliefert worden sei.

Klaus-Peter Klingelschmitt

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