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Schlechter als Gaschkes Deal

EinigungInsolvenzplan für Augenarzt Detlef Uthoff beschlossen. Gläubiger verzichten auf Millionen

Nach jahrelangem Hickhack ist der Steuerfall des Kieler Augenarztes Detlef Uthoff beendet. Die Gläubiger des Mediziners nahmen am Donnerstag im Kieler Amtsgericht den Insolvenzplan an. Die ursprünglichen Forderungen beliefen sich auf rund 120 Millionen Euro. Unterm Strich verzichteten die mehr als 100 Gläubiger auf viel Geld. Zur Höhe der Insolvenzmasse wollte sich Insolvenzverwalter Klaus Pannen nicht äußern. Er sagte nur, „es ist deutlich unter 100 Millionen Euro“.

Konkret sieht die Einigung so aus: Die beiden Großgläubiger, die Gesellschaft DSU und das Finanzamt, erhalten 15 beziehungsweise 17 Prozent ihrer Ansprüche. Die Forderungen der DSU beliefen sich ursprünglich auf gut 50 Millionen Euro, die des Finanzamts auf bis zu 29 Millionen Euro. Normalgläubiger bekommen rund 30 Prozent, Kleinstgläubiger 95 Prozent. Bei letzteren geht es um Ansprüche von Mitarbeitern der Augenklinik Bellevue.

„Die Alternative wäre in der Tat gewesen, dass es über etliche Jahre Rechtsstreitigkeiten gegeben hätte“, sagte Pannen. Dass die Klinik mit dem gesamten Personal weitergeführt werde, sei ein Erfolg. Uthoff hatte die Augenklinik im vergangenen Jahr an Investoren verkauft.

Zu Uthoffs Gläubigern gehört auch die Stadt Kiel. Sie erhält nun ebenfalls 30 Prozent ihrer Forderungen in Höhe von 7,8 Millionen Euro. Das ist weniger als in einem Steuer-Deal zwischen der Stadt und Uthoff, über den die damalige Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke (SPD) vor drei Jahren stürzte. (dpa)

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