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Schausteller in Angst

Stuttgart (dpa/taz) – Walter Weitmann will Klarheit schaffen. Der Bierzeltbetreiber beim Stuttgarter Volksfest in Cannstatt und Präsident des Bundesverbandes der Schausteller und Marktkaufleute hegt nämlich Zweifel: Die offiziellen Besucherzahlen bei Volksfesten, sagt er, seien „illusionär“ und basierten auf der Erfolgssucht der Veranstalter. Angebliche Besucherrekorde aber, befürchtet Weitmann, könnten den Schaustellern schon bald Ärger mit den Finanzämtern einbringen.

Die Besucherzahlen der großen Feste steigen jährlich. Auf dem letzten Münchner Oktoberfest sollen es 6,7 Millionen, in Stuttgart 5,7 Millionen gewesen sein. So viele Besucher, argumentiert Weitmann, könnten die Festplätze gar nicht fassen. Allerdings will Weitmann sogar selbst Schuld an der Rekordjagd sein. In den 70er Jahren habe der damalige Stuttgarter Verkehrsdirektor Peer Uli Färber zu einem bestimmten Zeitpunkt die Besucher auf einer festgesetzten Fläche zählen und anschließend hochrechnen wollen. Weitmann schlug damals vor, die Zählung auf die Hauptbetriebszeit zu legen und die stark frequentierte Fläche vor den Toiletten zum Zählquadrat zu machen. Das sollte ein Scherz sein, wurde aber offenbar ernst genommen. „Mit der ersten Besucherschätzung in Stuttgart begann die Hochrechnungsmanie“, bedauert Weitmann. Damit soll jetzt Schluß sein: Sein Verband hat eine Firma mit einer genauen Zählung der Besucher des Stuttgarter Volksfestes beauftragt. Die Stuttgarter Stadtverwaltung will ihrerseits lieber nicht zählen lassen. „Wir machen dann mit, wenn alle anderen Festveranstalter auch zählen“, hieß es.

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