piwik no script img

Scharon gegen Rede

Israels Regierungschef verhindert Ansprache von Präsident Katsav vor Palästinenserparlament

JERUSALEM ap ■ Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon hat eine Friedensrede von Präsident Mosche Katsav vor dem palästinensischen Parlament verhindert. Ein Vertrauter des Regierungschefs sagte gestern, Katsav habe vor den Abgeordneten in Ramallah einen einjährigen Waffenstillstand ankündigen wollen. Scharon habe jedoch sein Veto eingelegt. Scharon vermute, der Vorschlag Katsavs gehe in Wahrheit auf den palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat zurück, der auf diese Weise sein Bild in der Öffentlichkeit verbessern wollte, sagte der Vertraute.

Israelische Soldaten drangen gestern mit Panzern in die Ortschaft Kabatja im Westjordanland ein und nahmen drei Palästinenser fest. Einer der festgenommenen Brüder sei Mitglied der Hamas, erklärte ein Militärsprecher. Nach dem gewaltsamen Tod von sechs Palästinensern hatten Demonstranten bei einem Trauerzug am Montag im Gazastreifen zur Vergeltung aufgerufen. Der US-Vermittler Anthony Zinni wird morgen zu einer Friedensmission in den Nahen Osten reisen.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen