: Schamanin der Globalisierung
Weltmusik zwei: Bei Aziza Mustafa Zadeh sitzt der Jazz ganz entspannt mit Klassik auf dem westöstlichen Diwan
Dass die Globalisierung auch ihre schönen Seiten hat, mag man ja nicht mehr so leichtfertig dahin schreiben. Doch geht es ja nicht allein um Handels- und Geldströme. Auch die verschiedenen Kulturen erobern mit ihr neue Spielwiesen. Dass sich auf denen dann höchst eigenwillige Artisten als Weltbürger tummeln, ist das Schöne daran. Aziza Mustafa Zadeh, die Jazzpianistin aus Aserbaidschan, kommt nach vierjähriger Berlin-Abstinenz zurück, um am Dienstag in der Philharmonie wieder ihre einzigartigen Kaskaden aus Klassik, Jazz, Blues und Avantgarde auf dem Piano zu inszenieren. Aziza, Pianistin, Sängerin und Komponistin, ist ein Gesamtkunstwerk an sich. Ätherisch vollführt sie Dinge, zu denen andere ein ganzes Ensemble antreten lassen müssen: Scat-Gesang und tremolierende Vokalisen, mal in Englisch, mal in ihrer Muttersprache Azri. Zwanglos kommt der Westen mit dem Osten ins Gespräch. Sie präsentiert Geschichten aus tausend und einem Jazzstandard, verwoben mit Arabesken orientalischer Verspieltheit. Kurz: eine Kunst-Schamanin on tour.
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