piwik no script img

Schaden aus Share Deals

Finanzsenator: Paradise Papers zeigen auch für Berlin Handlungsbedarf

Angesichts neuer Enthüllungen über weltweite Steuertricks („Paradise Papers“) sieht Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen Handlungsbedarf bei der Besteuerung von Immobiliengeschäften. Bestehen­de Regelungen für Personen- und Kapitalgesellschaften müssten erweitert werden, „um eine möglichst umfassende Besteuerung auch bei Gesellschafterwechseln zu gewährleisten“, erklärte der SPD-Politiker am Montag. „Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf den sogenannten Share Deals.“

Bei dem Modell nutzen Gesellschaften mit Grundbesitz legale Steuerschlupflöcher, indem sie statt Grundstücken Anteile übertragen. Unterhalb einer Grenze von 95 Prozent fällt dann keine Grunderwerbsteuer an, denn das Eigentum am Grundstück verbleibt bei der Gesellschaft.

In der ARD wurde Kollatz-Ahnen mit den Worten zitiert, Berlin gehe durch solche „Share Deals“ pro Jahr ein dreistelliger Millionenbetrag an Steuereinnahmen verloren. „Die Dynamik und der hohe Konkurrenzdruck auf dem Berliner Wohnungsmarkt führen bei großen Unternehmen zum Bedürfnis, Lücken im geltenden Recht für sich zu nutzen“, ergänzte er am Montag.

Eine von der Finanzministerkonferenz eingesetzte Arbeitsgruppe, in der auch Berlin vertreten sei, prüfe mögliche Änderungen des Gesetzes zur Grunderwerbsteuer. Es lägen bereits Lösungsvorschläge vor, deren verfassungsrecht­liche Zulässigkeit derzeit ein Gutachter untersuche. (dpa)

steuerparadies 2,

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen