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Sänger mit Courage

Bei allen beliebt: Djordje Balašević schafft auf dem Balkan noch Einigkeit

Djordje Balašević & Unfuckables am Sonntag um 20 Uhr im Tempodrom am Anhalter Bahnhof

Als Djordje Balašević dann wieder in Sarajevo auftrat, waren 7.000 Leute da. Die Halle ausverkauft. So war das in Tuzla. So war es in Maribor und Ljubljana. Was einen im ersten Moment vielleicht wundern könnte. Weil Balašević ist Serbe. Ein Liedermacher, der sich in ruhigeren Zeiten auf dem Balkan schon großer Beliebtheit erfreute. Und später sein Maul nicht halten wollte. Als sich Milošević auf die politische Bühne drängelte, war Balašević einer der Ersten, der ihn kritisierte. Als er zum Kriegsdienst einberufen werden sollte, zog es der Sänger vor, sich anderthalb Monate in seinem Haus zu verstecken. Diese Hartnäckigkeit hat seinem Ruhm rund um Serbien bestimmt nicht geschadet, so dass Balašević weiter im Konzertsaal eine Einigkeit bewirken kann, die nicht von den neuen Staatsgrenzen zerschnitten wird. So wird das auch am Sonntag im Tempodrom sein, wenn er erstmals überhaupt in Berlin auftritt. Wer nicht unbedingt den nötigen Wortschatz mitbringt, um bei all seinen Liedern mitzusingen, muss sich deswegen aber nicht grämen: Djordje Balašević verfügt auch über beachtliche Entertainer-Qualitäten.

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