piwik no script img

Sachsen verstimmt die EU

■ Klage gegen van Miert beim EuGH bereits eingereicht

Der Streit zwischen dem Land Sachsen und EU-Wettbewerbskommissar van Miert überschattet das Verhältnis der EU zur deutschen Subventionspolitik. Sachsen hat die Klage gegen die EU-Kommission beim Europäischen Gerichtshof (EuGh) in Luxemburg bereits am Freitag eingereicht. Die Bundesregierung zeigte sich vom Zeitpunkt der Klage überrascht.

Trotz seiner ergebnislosen Gespräche in Brüssel hofft Bundeswirtschaftsminister Rexrodt nach wie vor auf einen Kompromiß. Am Dienstag will das Bundeskabinett entscheiden, ob Bonn der Klage Sachsens beitritt.

In der „Financial Times“ betonte VW-Chef Ferdinand Piech: „Wir erhielten das Geld von Sachsen, nicht von der Europäischen Kommission.“ Die Kommission verlangt dagegen die Rückzahlung der Subventionen. Notfalls will die EU-Behörde eine einstweilige Verfügung erwirken. Die Kommission hatte im Juni die Subventionen an den VW-Konzern um rund 241 Millionen DM gekürzt. Daraufhin hatte VW gedroht, die Produktion ins Ausland zu verlagern. Rexrodt warf dem Sachsen-Präsident Biedenkopf vor, das Verhältnis zur Europäischen Kommission massiv zu belasten. Die Auszahlung der Subventionen gegen das Veto der EU-Kommission sei „politisch zumindest fragwürdig“. dpa/taz

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen