piwik no script img

SPD warnt Justizverwaltung

■ Keine „voreiligen Schnelldementis“ zum Schmücker-Prozeß / „Versuch einer schnellen Selbstreinigung“

Die SPD hat die Justizverwaltung vor „voreiligen Schnelldementis“ zu den Vorwürfen über eine vermutete Bespitzelung eines Rechtsanwalts gewarnt. Die Justizverwaltung hatte Vorwürfe als haltlos bezeichnet, daß die Staatsanwaltschaft in den Prozessen um die Ermordung des Studenten Ulrich Schmücker vom Verfassungsschutz mit Hintergrundwissen über die Arbeit der Strafverteidigung versorgt worden sei.

SPD-Sprecher Kolhoff erklärte dazu, diese „allzu schnelle Klärung“ mache besorgt. Es entstehe der Verdacht, daß damit der „Versuch einer schnellen Selbstreinigung“ unternommen worden sei, meinte Kolhoff. Besonders unglaubwürdig sei es, daß der heutige Staatssekretär und damalige Staatsanwalt im Schmücker-Prozeß, Müllenbrock, nichts von Ausspähungsversuchen des Verfassungsschutzes in der Anwaltskanzlei Heinisch gewußt haben soll. Justizsprecher Achhammer sagte, die Schnelligkeit der Untersuchung spreche nicht gegen deren Korrektheit.

SPD-Chef Momper hatte im November erklärt, es gäbe einige Anhaltspunkte dafür, daß Mitarbeiter des Verfassungsschutzes im Zusammenhang mit den Prozessen damals beteiligten Staatsanwälten bestimmte Sachverhalte nur intern vermittelten.

dpa/taz

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen