: SPD: Innensenator muß handeln
■ Abschiebehaft soll in seiner Zuständigkeit bleiben
Innensenator Dieter Heckelmann (CDU) soll umgehend die Bedingungen für die 225 Ausländer verbessern, die in Abschiebehaft (160 Plätze) festgehalten werden. Dies forderte gestern die SPD-Fraktion. Ihr ausländerpolitischer Sprecher Eckhardt Barthel warf Heckelmann vor, seit Monaten nicht für Abhilfe gesorgt zu haben (siehe Bericht oben). Nun hat Barthel die Sorge, daß Abschiebehäftlinge „Handlungen begehen könnten, über die wir nachträglich alle entsetzt wären“. Die SPD sprach sich gegen die Absicht der Polizei und des Innensenators aus, die Abschiebehaft in die Zuständigkeit der Justizsenatorin zu übergeben. Zum einen fehle es in den Justizvollzugsanstalten an Plätzen, zum anderen dürften Abschiebehäftlinge nicht durch die gemeinsame Unterbringung mit Strafgefangenen als Kriminelle stigmatisiert werden.
Der innenpolitische Sprecher Hans-Georg Lorenz befürchtet, daß in Berlin 2.000 bis 3.000 Plätze nötig wären, wenn die Innenverwaltung alle Möglichkeiten zu Ausweisungen nutze. Denn sobald die Duldung der Ex-Jugoslawien- Flüchtlinge ende, würden in Berlin weitere 30.000 Ausländer illegal leben. diak
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 330 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen