■ SED-Straftäter: Amnestie-Gesetzentwurf
Hamburg (AFP) – Die SPD will in Kürze ein Amnestiegesetz für SED-Straftäter vorlegen. Wie der Spiegel in seiner neuesten Ausgabe berichtet, wird am kommenden Freitag auf Einladung des stellvertretenden Vorsitzenden der SPD, Wolfgang Thierse, ein interner Kreis erstmals ein solches Straffreiheitsgesetz beraten. Dieses soll dann im Februar bei der Konferenz der ostdeutschen Justizminister erörtert werden. Grundlage des Treffens sind dem Bericht zufolge Überlegungen des brandenburgischen Justizministers Hans Otto Bräutigam, der „systembedingte Straftaten und politische Kriminalität“ wie Wahlfälschung und Denunziation amnestieren wolle. Laut Bräutigam müsse deutlich werden, „daß Loyalität auch in einem Unrechtssystem nicht grundsätzlich als verwerflich angesehen werden kann“.
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen