■ SCHWERER STÖRFALL: BRAND IM TURBINENHAUS: Tschernobyl II: Fast alles wie gehabt
Berlin (taz) — Wieder war es die Nacht vom Freitag zum Samstag, und wieder sollte das Atomkraftwerk Tschernobyl nur repariert werden. Aber wie schon bei der Katastrophe vor fünfeinhalb Jahren gingen menschliches Wollen und technische Ausführung nicht zusammen. Stromkabel schmorten durch und bald stand die Turbinenhalle des Reaktorblocks II in Flammen. Den Reaktor konnte die Betriebsmannschaft gerade noch per Hand abschalten. Wieder spielte die Kraftwerksleitung den schweren Zwischenfall zunächst herunter und rückte erst allmählich mit der wahren Dimension des Brandes heraus. Der zerstörte Turbinenraum strahlt. Wieder fordern AtomkraftgegnerInnen, die Höllenmaschine sofort abzuschalten — an ihrer Spitze diesmal der Präsidentschaftskandidat Wjatschleslaw Tschornowil. Am 1. Dezember wählen die Ukrainer.
Im taz-Interview zieht Physiker und Atomkritiker Sebastian Pflugbeil das Fazit: „Wer jetzt nichts kapiert hat, dem weiß ich wirklich nichts mehr entgegenzuhalten.“ TAGESTHEMA SEITE 3
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