S-21-Demonstration 2010 : Polizeiopfer wollen Land verklagen
FREIBURG | Knapp zwei Jahre nach dem massiven Polizeieinsatz bei einer Demonstration gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 haben damals verletzte Teilnehmer Schmerzensgeldklagen gegen das Land Baden-Württemberg angekündigt. Darunter sei der mittlerweile 68-jährige Dietrich Wagner, der durch den harten Strahl eines Wasserwerfers fast komplett erblindete, sagte dessen Anwalt Frank-Ulrich Mann gestern in Freiburg. Neben Wagner vertrete er drei weitere Mandanten, „die alle Verletzungen an den Augen davongetragen haben“, sagte Mann.
Bei der Großdemonstration im Stuttgarter Schlossgarten waren am 30. September 2010 mehr als 100 Teilnehmer durch den harten Polizeieinsatz verletzt worden. Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen gegen Polizisten im Zusammenhang mit dem Wasserwerfereinsatz auf. Es geht um den Verdacht der Körperverletzung im Amt. Wie hoch das Schmerzensgeld ausfallen könne, sei schwer zu schätzen. „Ich kann dem Gericht nur eine Größenordnung vorschlagen“, sagte Mann. Im Falle Dietrich Wagners könne diese im Bereich um 100.000 Euro liegen. (afp)