: Rolf Hochhuth als Birgit Breuel
■ Heiner Müller: Übernahme des BE „wunderbare Intrige“
Der Dramatiker Heiner Müller sieht in Rolf Hochhuths Bemühungen um das Berliner Ensemble eine „wunderbare Intrige“ und einen „Versuch der feindlichen Übernahme“. Müller berichtet in der jüngsten Ausgabe der Wochenzeitung Die Zeit auch über frühere Bemühungen des Dramatikers, an der einstigen Brecht- Bühne am Schiffbauerdamm Fuß zu fassen und spricht von einer „eigenartigen Passion fürs BE“. Dabei passe das Berliner Ensemble nicht zu Hochhuth. „Man soll ihm das Schiller-Theater geben. Dort sind einige seiner Stücke uraufgeführt worden.“
Hochhuth habe bereits Nachfolger des ausgeschiedenen Matthias Langhoff werden wollen und sei abgelehnt worden, berichtet Müller. „Als Zadek aufhörte, bewarb Hochhuth sich wieder. Mit einem Brief an mich. Es war rührend.“ Müller spricht von einer „Hochhuth-Posse“, einem „Kriminalroman mit Schwankelementen – Charleys Tante: Rolf Hochhuth als Birgit Breuel, als Treuhand“.
Kultursenator Roloff-Momin betonte gestern, da die Ilse-Holzapfel-Stiftung bislang keinen Eigentumsnachweis an BE-Grundstück und -Gebäude vorgelegt habe, sehe er „gegenwärtig keinen Anlaß, mit Herrn Hochhuth oder seiner Stiftung Verhandlungen über das Theater zu führen“. dpa
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 330 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen