Rojin Namer: Damaskus, meine Blume
Ich sehe sie
Die rote Stadt
Ich rieche sie
Die duftende Stadt
Ich höre sie
Die geräuschvolle Stadt
Sie schreit nach mir
Jede Sekunde geht Damaskus durch mich
Keine Sekunde kann ich durch sie gehen
Ich fühle sie
Die niedergeschlagene Stadt
Ich küsse sie
Die armselige Stadt
Ich umarme sie
Die rettungslose Stadt
Sie klagt mir ihr Leid
Jede Sekunde geht Damaskus durch mich
Keine Sekunde kann ich durch sie gehen
Ich spüre
Ihre Aussichtslosigkeit
Alle Texte aus dem Flucht-Schwerpunkt der taz und Podcasts zum Thema finden Sie unter taz.de/2015
Die Zerstörung
Den Zusammenbruch
Die Heimatlosigkeit
Den Verlust ihrer Söhne und Töchter
Erstmals erschienen im Band „Sei neben mir und sieh, was mir geschehen ist“ des Verbrecher Verlags in Kooperation mit PEN Berlin und The Poetry Project.
Gemeinsam für freie Presse
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen