: Ringnotizen: Neues aus dem Umland
Eine deutlichere Weichenstellung zugunsten der Kultur in der alten Residenzstadt Potsdam hat der Kulturausschuß der Stadt in einer Resolution gefordert. Es müßten Bekenntnisse zu dem »Wirtschaftszweig Kultur« erfolgen und im Haushaltsplan deutlich werden, hieß es in einer am Wochenende verbreiteten Erklärung. Der Baustopp für den Theaterneubau solle genutzt werden, um Möglichkeiten zum Erhalt des historischen Stadtkerns zu nutzen. Dazu sei ein Architektenwettbewerb hilfreich, hieß es in dem mehrseitigen Papier. Der Kulturausschuß forderte den Magistrat auf, sofort Gespräche zum Wiederaufbau des Stadtschlosses aufzunehmen.
Eine Lokalposse spielt sich zur Zeit um das aus Spenden wiederaufgebaute Glockenspiel der früheren Garnisonkirche in Potsdam ab. Es soll am 14. April aus Iserlohn satzungsgemäß überführt und der Stadt feierlich übergeben werden. Nach langem Abwägen einigten sich die Stadtväter als Stellplatz auf die frühere Plantage in der Nähe der Garnisonkirche. Jetzt hat sich der Leiter des hundert Meter entfernten Rechenzentrums zu Wort gemeldet. Er befürchtet, das Glockengeläute könne die Daten im Rechenzentrum durcheinanderbringen. Ebenso äußerte der Magistrat Bedenken, daß die lauten Töne des Glockenspiels auch die anliegende Schule sowie das bald in die Nähe ziehende brandenburgische Bauministerium stören könnten. So steht es in dem in Auftrag gegebenen Schallgutachten.
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