piwik no script img

Ressentiments

Wir und die Anderen

Das Ressentiment erwischt uns kalt. Es passt nicht in den aufgeklärten Diskurs, zum Beispiel über das Fremde und die offene, multikulturelle Gesellschaft. Wir wollen nicht als Rassisten abgestempelt werden oder unsere Emotionen von politischen Tugendwächtern auf den Prüfstand stellen lassen. Wut und Abwehr entsteht, wenn unsere mühsam ausgehandelte Hausordnung von den Neudeutschen nicht eingehalten wird: im Geschlechterverhältnis, der Kleidung, im Lifestyle und Erziehungsstil. Auch der Erfolg des Essays von Oriana Fallaci „Die Wut und der Stolz“ – ein bitteres Pamphlet gegen die „Kameltreiber“ dieser Welt – zeigt: Millionen empfinden dumpfes Unbehagen gegegenüber Muslimen, das durch Massenmörder im Namen der Religion geschürt wird. Sie sehnen sich nach der Läuterung durch die endlich ausgesprochene Wut. Über den schwierigen Umgang mit einer Emotion. ED

taz lesen kann jede:r

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Texte, die es nicht allen recht machen und Stimmen, die man woanders nicht hört – immer aus Überzeugung und hier auf taz.de ohne Paywall. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 40.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen