: Reporter wird weiter entlastet
Zweiter Tag in der Berufungsverhandlung gegen den Mopo-Reporter Frank Wieding vor dem Landgericht. Nachdem in der vergangenen Woche Polizeibeamte den Journalisten, der wegen Widerstands gegen polizeiliche Anordnungen bei der Räumung der Rabels-Häuser im Karolinenviertel im Mai 1990 angeklagt ist, bereits entlastet hatten, konnte gestern auch taz-Redakteur Kai von Appen diesen Vorwurf entkräften. Was nach Ansicht des Polizeichefs der Direktion Mitte, Richard Peters, „Widerstand gegen die Staatsgewalt“ gewesen sei, war für von Appen „Ausdruck des Protests gegen die Behinderung der Pressearbeit“.
Auf die Darstellung von Peters, daß die Reporter zu ihrer eigenen Sicherheit aus dem näheren Bereich der zu räumenden Häuser abgeführt wurden, reagierte Vize-Revierleiter Günter Jaspert vor Gericht mit Unverständnis: „Reporter müssen eine gewisse Gefährdung in Kauf nehmen.“
Am kommenden Montag wird die Verhandlung fortgesetzt. Dann soll Einsatzleiter Peters das Geschehen aus seiner Sicht schildern. Überraschend hat Richter Ingolf Jandt einer Vernehmung des persönlichen Referenten von Innensenator Hackmann, Günther Krebs, zugestimmt. Im Verfahren vor dem Amtsgericht Ende 1991 wurde dieser Antrag der Verteidigung noch abgewiesen. Torsten Schubert
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