Rechter Fußballclub Ostelbien Dornburg: Rausschmiss aus dem Landesverband
Der Fußballverband Sachsen-Anhalt hat den FC Ostelbien Dornburg für rechtsextrem befunden und ausgeschlossen. Er folgt dem Beispiel des Landessportbunds.
dpa | Der wegen seiner rechtsextremistischen Tendenzen umstrittene FC Ostelbien Dornburg ist aus dem Fußballverband Sachsen-Anhalt (FSA) ausgeschlossen worden. „Der Beschluss ist einstimmig gefallen“, sagte FSA-Präsident Erwin Bugar am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.
Zuvor hatte der MDR über das Ergebnis der Tagung vom Freitag berichtet. Dem MDR zufolge sagte der Präsident des LSB, Andreas Silbersack, nach der Abstimmung: „Der Verein hat Gewalt verherrlicht, er hat Gewalt verübt, er ist aus unserer Sicht rechtsextrem. Und das sind Gründe, warum wir jemanden ausschließen.“
In der vergangenen Woche war Dornburg aus dem Landessportbund Sachsen-Anhalt (LSB) ausgetreten, nachdem der Club zuvor vom LSB unter anderem wegen Gewaltverherrlichung und rechtsextremer Tendenzen ausgeschlossen worden war. Einen Widerspruch gegen den Beschluss des LSB-Präsidiums hatte Ostelbien zurückgezogen.
Der Verein wollte aber um den Verbleib im Fußballverband Sachsen-Anhalt und damit für eine Spielberechtigung kämpfen. Doch der FSA begründete den Ausschluss damit, dass die Mitgliedschaft in den Landesfachverbänden die Mitgliedschaft im LSB voraussetze. Der Kreisligist hat nun die Möglichkeit, innerhalb von sieben Tagen ab Zustellung des Beschlusses das Verbandsgericht anzurufen.
Der FC Ostelbien war in der Vergangenheit mehrfach durch rüde Attacken auf dem Feld und Bedrohung von Spielern und Schiedsrichtern aufgefallen. Laut Landesamt für Verfassungsschutz sind 15 Vereinsmitglieder als Rechtsextremisten bekannt. Der FSA hatte bereits 2011 versucht, dem FC Ostelbien die Spielberechtigung zu verweigern. Die mutmaßlich rechtsextremen Kicker hatten sich aber vor dem Verwaltungsgericht in den Spielbetrieb eingeklagt.
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen
meistkommentiert