: Realo-Robinson
■ Walter Momper in der Hörfunk-Promi-Serie „Robinson“
Es klang ja ganz gut und klassisch: Auf die einsame Insel geschickt, nur mit ein paar Schallplatten, einem Buch und einem Luxusgut ausgerüstet, sollte der Regierende ein imaginäres Einsiedlerleben starten. Was 55 öffentlich -rechtlich-lange Minuten zu hören war, klang dann ganz anders. Man müsse realistisch sein - so realistisch, daß Momper selbst gar nicht auf die Insel raufkomme. Der Crusoe -Solo liege ihm gar nicht: wenn schon Insel, dann mit Familie! Und dann legte Momper los, erzählte vom Nahverkehrskonzept, Grünflächen und Hundekot. Bald gab der Moderator auf, Mompers Phantasie zu bemühen. Als wahrer rund -um-die-Uhr-Politiker ließ der SPD-Boß keine PR-Gelegenheit aus. Eins hat er dann doch noch gestanden: Ohne die Russen läuft gar nichts! Neben Miriam Makeba, Glenn Miller und Ravels Bolero sind Tschaikowski und Prokojjew sein Rezept für innere Deeskalation.
Jörg O. Riss
„Robinson“, SFB 1, samstags 21.05 Uhr.
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