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■ RadiodaysMONTAG

Vor einigen Tagen lupfte der Frühling endlich sein himmelfarbenes Röckchen. So jubelt der NDR3 um 14.30 Uhr aus gegebenem Anlaß ganz außer Rand und Band: Blau Blau Blau. In ihrer Sendung malt Autorin Hannelore Dauer ein dichtes Bild aus all den wechselvollen Stimmungen, Utopien und Visionen, die von jeher mit diesem geheimnisvollen Farbton verknüpft wurden. Später wissen wir dann: Keine Malerei ist praller und gegenständlicher als Yves Kleins blaues Monochrom!

Das heutige Thema des Montagsforum auf SFB2, 20.05 Uhr: Ausländerinnen bringen persönliche Einschätzungen ihrer Lage in Berlin vor. Dabei ist keineswegs nur subjektive Klage zu erwarten: die Beiträge zeichnen sich durch ihren Blick über den Tellerrand aus. Ergänzende Reportagen und Kommentare liefern einen zusätzlichen Hintergrund.

Laut amnesty international ist die Todesstrafe die gröbste Menschenrechtsverletzung. Ob die neu entfachte Diskussion um Rechtsprechung durch Tötung des mutmaßlichen Täters für Barry Lee Fairchild noch von Nutzen sein wird, ist zu hoffen — aber ungewiß. Fairchild, der sechs Tage nach dem grausamen Mord an der Krankenschwester Marjorie Mason festgenommen wurde, legte in Polizeigewahrsam zwei Geständnisse ab. Sechs Monate später war sein Schicksal besiegelt: Tod durch den elektrischen Stuhl, lautete das harte Urteil.

Doch Fairchilds Verteidigung läßt den Vollstreckungsorganen seither keine Ruhe mehr und bewirkte bereits sechs Mal Hinrichtungsaufschub. So gewann die Verteidigung Zeit, Zeugen ausfindig zu machen für die Vorwürfe des Angeklagten, er sei von der Polizei unter Gewaltanwendung und Androhung des Todes zum Geständnis gezwungen worden. Autor Mathias Fink berichtet in seinem Feature Überleben in der Todeszelle (Radio Bremen2, 20.05 Uhr) von den Gegnern und Helfern im Kampf des Barry Lee Fairchild gegen seine Hinrichtung.

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