■ Radiodays: Dienstag
Wenn der Schriftsteller Heinrich Böll nicht gestorben wäre, dann hätte er heute seinen 75. Geurtstag gefeiert. Mit dem Gedenken an den Nobelpreisträger aus Köln befaßt sich Stephan Lohr in seinem Feature „Diskurs und Dokument“ (NRD3, 16.30 Uhr).
Alle Freizeit-HistorikerInnen und Hobby-KulturkritikerInnen sollten die sechzig Minuten vor der Geisterstunde unbedingt für den SFB3 freihalten. Denn „So klang der Kalte Krieg“ bietet mehr als eine Reise in vergangene Zeiten. Wenn heute um 23.00 Uhr O-Töne vom „Kongreß für kulturelle Freiheit“ (1950) aufgetischt werden, können wir unsere Altvorderen nur beneiden. Welche ehrliche Dreistigkeit die damaligen Propagandisten doch an den Tag legten! Heute stellen sich solche Hitzköpfe schlauer an und sind schwerer zu durchschauen.
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen