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REP-Studenten geben frustriert auf

■ Republikanischer Hochschulverband löst sich auf - „Intellektualisierung der Partei unmöglich“ Dien Initiatoren beklagen „brutalste Methoden“ und „unsägliche Ausländerhetze“

Nürnberg (taz) - Die Intellektualisierung der rechtsextremen „Republikaner“ ist in den Startlöchern hängengeblieben. Am 31.März, zehn Monate nach seiner Gründung, wird sich der „Republikanische Hochschulverband“ (RHV) auflösen. Der RHV hatte sich als Speerspitze der von Parteichef Schönhuber ausgerufenen Intellektualiserungskampagne verstanden. „Es ist unmöglich, in diese Partei mehr Niveau hineinzutragen“, stellt der RHV-Vorsitzende Alexander von Schrenck-Notzing enttäuscht fest. Die Bemühungen, die Programmatik der Reps „im Sinne eines modernen Konservativismus mitzugestalten und extremen Kräften entgegenzuwirken“, müßten als gescheitert angesehen werden. „Wir müssen in den Hörsälen genauso präsent sein wie in den Bierzelten“, hatte der 23jährige Jurastudent aus München noch bei der Gründungsversammlung des RHV im Mai letzten Jahres gefordert. Der RHV wollte beweisen, daß „nationalkonservatives Gedankengut auch bei Menschen mit höherer Schulbildung Anklang findet“. Mit Unterstützung von Universitätsprofessoren, Intellektuellen und Studenten sollten die Reps salonfähig für eine Koalition mit den Unionsparteien gemacht werden.

Jetzt muß v.Schrenck-Nitzing feststellen, daß bei den Reps kein Platz ist für Leute, „deren Horizont über den Stammtisch hinausgeht“. Mit „brutalsten Methoden“ hätte sich die „extremistische Clique“ um den bayerischen Landesvorsitzenden Neubauer und Glasauer, dem Geschäftsführer des Landshuter RVG-Verlages, in dem u.a. die Parteizeitung erscheint, in der Partei durchgesetzt. Der Parteivorsitzende Schönhuber sei nicht in der Lage oder auch nicht willens gewesen, dem einen Riegel vorzuschieben. Der RHV-Vorsitzende, Sohn des Herausgebers des rechtsintellektuellen Magazins 'Criticon‘, bezeichnete Schönhuber als „entscheidungsschwach und wankelmütig“, eine „vernünftige konservative Partei“ sei mit ihm nicht zu machen.

Spätestens als im November letzten Jahres der RHV -Landesverband von Schleswig-Holstein aus der Partei ausgeschlossen wurde, war für Schrenck-Notzing klar, daß „gemäßigt-konservative“ Kräfte bei den Reps nichts verloren hätten. Inzwischen seien die Reps zu einer Partei verkommen, „die an die niedersten Instinkte der Leute appelliert“ und die eine „unsägliche Ausländer- und Aussiedlerhetze“ betreibe.

Schönhuber habe die gute Chance für die Etablierung einer „Vierten Partei“ verspielt, betont der RHV-Vorsitzende. Er sieht seine Ideen zwar derzeit von Bundeskanzler Kohl sehr gut vertreten, will aber festhalten am Versuch, eine vierte Partei aufzubauen. Er setzt jetzt auf die eng mit der CSU liierte DSU in der DDR.

Bernd Siegler

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