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RAF-Schießübung in der DDR vor Anschlag?

Koblenz (ap/taz) — RAF-Angehörige und die DDR-Staatssicherheit haben 1981 noch vor dem RAF-Anschlag auf US-General Frederik Kroesen zwei Schießübungen mit Panzerfäusten veranstaltet. Das sagte der frühere Stasi-Hauptmann Walter Lindner gestern im Strafprozeß gegen Inge Viett vor dem Oberlandesgericht Koblenz aus. Lindner sagte, er sei nach dem Kroesen-Attentat vom 15. September 1981 darüber „betroffen“ gewesen, daß das Ministerium Ausbildungsmaßnahmen mit der Panzerfaust RPG 7 durchgeführt habe. Bei dem Anschlag auf den US-General in Heidelberg war ebenfalls eine Panzerfaust eingesetzt worden. Lindner machte zugleich deutlich, daß das Ministerium von Plänen, ein Attentat auf Kroesen durchzuführen, nichts gewußt habe. Bei dem Anschlag auf den US-General soll die Panzerfaust von Christian Klar bedient worden sein. Lindner sagte, bei den Gesprächen zwischen Mitgliedern der RAF und Vertretern der Staatssicherheit sei nicht über geplante Anschläge gesprochen worden. Es seien lediglich rückblickend frühere Aktivitäten „nachvollzogen“ worden. Die Beziehungen zwischen dem MfS und der RAF standen im Mittelpunkt des elften Verhandlungstages. Die Bundesanwaltschaft wirft der 47jährigen Inge Viett Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, mehrere versuchte Morde und Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion vor. Viett trennte sich nach eigener Aussage 1982 von der RAF und ging in die DDR, wo sie 1990 festgenommen wurde. Die Schießübungen fanden bei Briesen statt. Viett hatte bereits Ende November von der Schießausbildung in der DDR berichtet und diese ebenfalls auf das Frühjahr 1981 datiert. Hierzu liegen aber unterschiedliche Angaben vor. So befinden sich im Posteingangsbuch der Abteilung Terrorabwehr des Ministeriums Vermerke, die darauf hindeuten, daß die Schießausbildung erst 1982 stattgefunden haben könnte.

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