piwik no script img

Quo vadis, Bundeswehr?

Während das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe noch über der Awacs-Entscheidung brütet, haben Verteidigungsminister Rühe und sein Generalinspekteur Naumann längst Fakten geschaffen. Im Frühjahr 1992 war erstmals – u.a. durch die taz – bekannt geworden, wie die Bundeswehr plant und wie sie ihre zukünftigen Einsätze begründen will. An allen parlamentarischen Instanzen vorbei verabschiedete Rühe im November 1992 Verteidigungspolitische Richtlinien, die den Auftrag der Bundeswehr neu definieren. Darin wird festgehalten: „Deutschland ist eine kontinentale Mittelmacht und exportabhängige Industrienation. Trotz prinzipieller Übereinstimmung werden sich die deutschen Interessen nicht in jedem Fall mit den Interessen der Verbündeten decken. Zu den vitalen Sicherheitsinteressen der deutschen Politik gehört deshalb auch die Aufrechterhaltung des freien Welthandels und ungehinderten Zugangs zu Märkten und Rohstoffen im Rahmen einer gerechten Weltwirtschaftsordnung.“ Gerechtigkeit definieren die deutschen Sicherheitspolitiker natürlich selbst, und den ungehinderten Zugang zu Rohstoffen kann man natürlich nicht nur an der Elbe erkämpfen. JG/Foto: J.H. Darchinger

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen