: Protest
■ betr.: "Israel bringt Verhandlungstisch ins Wackeln", taz vom 4.1.92
betr.: „Israel bringt Verhandlungstisch ins Wackeln“,
taz vom 4.1.92
Als eine Gesellschaft, die sich seit Jahren wissenschaftlich, politisch und pädagogisch mit den Deportationen von Juden durch Deutsche befaßt, protestieren wir hiermit gegen die erneute Deportation von Palästinensern durch Juden, auch wenn wir damit erneut in die antizionistische (antisemitische) Ecke gedrängt werden sollten.
Es ist schon erstaunlich, was die derzeitige israelische Regierung glaubt, sich leisten zu können — angeblich aus innenpolitischen Gründen—, angesichts laufender Friedensverhandlungen, eines Zehn- Milliarden-Dollar-Kredits der USA (in Erwartung) sowie der bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA.
Um nicht mißverstanden zu werden: Wir verurteilen Gewaltanwendungen, gleich von welcher Seite sie durchgeführt werden, und bedauern in diesem Zusammenhang auch den Mord an dem jüdischen Siedler im Gazastreifen. Wir müssen aber feststellen, daß solche Gewalttaten im Zusammenhang mit der erneut expandierenden Siedlungspolitik Israels in den besetzten Gebieten zu sehen sind. Deutsch-Jüdische Gesellschaft, Hamburg
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