piwik no script img

Profs wollen nicht benotet werden

Bonn (dpa/taz) — Der Deutsche Hochschulverband, ein Zusammenschluß von über 14.000 Professoren, lehnt die Benotung von Professoren durch ihre Studenten kategorisch ab. Auf einer Tagung in Bonn hatten am Wochenende Studenten, Dozenten und Professoren unter dem Motto „Universitätslehre — Wirklichkeit und Erwartungen“ über Sinn und Unsinn von Fragebogen-Aktionen diskutiert. In Nordrhein-Westfalen und in Baden-Württemberg dürfen seit dem Wintersemester künftig Studenten ihre Lehrmeister benoten.

Hochschulverbandspräside Professor Hartmut Schiedermair sagte zum Abschluß der Tagung, mit den Fragebögen wollten die Landesministerien nur ablenken von der mangelhaften Ausstattung der Hochschulen. Die Qualität der Hochschullehre müsse generell verbessert werden und nicht der Professor durch Noten. Schiedermair appellierte an seine Kollegen, sie sollten sich verstärkt um Erstsemester kümmern: „Gerade der Studienanfänger muß mit dem großen alten Fachmann konfrontiert werden.“ Vorlesungen für Studienanfänger — nach Schiedermairs Ansicht Grundlage für das ganze Studium — dürften nicht ausschließlich den Assistenten überlassen bleiben.

Einigkeit herrschte unter den Tagungsteilnehmern auch über die negativen Folgen einer Prof-Benotung: „Gutwillige Hochschullehrer werden dadurch eher nur ,verbockt‘.“ itz

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen