: Prof. Bracht oder: Entwurzelte Rechte
Prof. Bracht oder: Entwurzelte Rechte
Wer ist Prof. Dr. Hans-Werner Bracht? Bracht war Professor für Öffentliches Recht, zuerst am Lemgoer Wirtschaftszweig der Fachhochschule Lippe, von 84 bis 89 an der FHS Bielefeld. Bis zu seinem Ausschluß war er Mitglied der CDU und gehörte 1977/78 in Lippe zu den Gründern der „DSU“, einer der zahlreichen Versuche, eine „vierte Partei rechts von der CSU“ zu gründen. In der Lemgoer Hochschule war Bracht kaum aufgefallen. „Ein ganz lustiger Mensch“, sagt die Pressesprecherin.
Umso verwunderter sei man gewesen, als Bracht in Bielefeld Rabatz machte. Er war Gründungsmitglied des Vereins „Western Goals of Europe“, des Ablegers einer US-amerikanischen rechtskonservativen Vereinigung. „Ein Sammelbecken entwurzelter Rechter“, schrieb die Neue Westfälische. Der Verein publizierte in Bielefeld ein Pamphlet gegen die Uni: Die entwickle sich zu roten Kaderschmiede. „Beweis“: Eine Sammlung von Graffiti und Uni- Flugblättern. Die Publikation ließ über Monate die Wellen hochgehen. Der Streit ging so weit, daß mehr als 100 Hochschullehrer eine Gegenerklärung verfaßten, in der sie sich hinter die Uni stellten. Das war der Höhepunkt im Bekanntheitsgrad Brachts, weiter ist er in seiner Lehre nie aufgefallen. J.G.
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