: Pro-Kopf-Einkommen in Afrika sinkt
■ Verschuldung größtes Entwicklungshindernis für Afrika / Wirtschaftswachstum geringer als Bevölkerungswachstum
Abidjan (epd) – Das Pro-Kopf- Einkommen in den afrikanischen Ländern ist nach Angaben der Afrikanischen Entwicklungsbank im vergangenen Jahr weiter gesunken. Das Wachstum der Produktion habe mit dem Bevölkerungswachstum nicht Schritt halten können, heißt es in einem gestern in Abidjan (Elfenbeinküste) veröffentlichten Bericht. Dies habe zu einem Rückgang des durchschnittlichen Realeinkommens pro Kopf um 1,6 Prozent geführt. In den drei Jahren 1991 bis 1993 sei das Pro- Kopf-Einkommen um 3,8 Prozent gesunken. Dem geringen Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent im vergangenen Jahr stand nach Darstellung der Bank ein Bevölkerungswachstum um drei Prozent gegenüber.
Ursachen des geringen Wirtschaftswachstums in Afrika waren nach den Angaben die Wirtschaftskrise in den Industrieländern mit einer nach wie vor geringen Nachfrage nach Rohstoffen, unzureichende Kapitaltransfers, die immer noch hohe Auslandsverschuldung und die schlechte Infrastruktur in vielen afrikanischen Ländern. Auch ungünstige politische Rahmenbedingungen und Bürgerkriege hätten sich negativ auf die Wirtschaftslage ausgewirkt. In zwanzig afrikanischen Staaten sei das Bruttosozialprodukt aber um drei Prozent oder mehr gestiegen. Das Zahlungsbilanzdefizit Afrikas erreichte laut Bericht 1993 11,2 Milliarden US-Dollar. Die Auslandsverschuldung stieg auf 285 Milliarden Dollar an. Die Aufwendungen für Zinsen und Tilgungen hätten im vergangenen Jahr 24,6 Prozent der Exporteinnahmen verschlungen und seien damit eines der größten Hindernisse für die Entwicklung der afrikanischen Staaten.
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