: Primitive Anmache
■ betr.: "Das Portrait: Karsten Knolle", taz vom 15.7.93
betr.: „Das Portrait: Karsten Knolle“, taz vom 15.7.93
Mag sein, daß es eine zweifelhafte Ehre bedeutet, mit dem Bundesverdienstkreuz geschmückt zu werden. Mag sein, daß der CDU- Landtagsabgeordnete aus Sachsen-Anhalt Karsten Knolle seine fragwürdigen Seiten hat (wer hat die nicht), aber entscheidend war, daß er den Mut hatte, 40 Kleinkinder aus einem Waisenhaus in Sarajevo zu evakuieren. Bis heute werden 10.000 Kleinkinder und Säuglinge oder mehr in der bosnischen Hauptstadt an Entkräftung, Seuchen oder Granaten gestorben sein. Wie viele dieser 40 Kinder wären jetzt noch am Leben? Knolle und Angelbeck haben die Zivilcourage gezeigt, die der Westen, die wir alle hätten an den Tag legen müssen. Dann würde Europa nicht in Sarajevo sterben.
Was also soll die privitive Anmache? Tilman Zülch, Gesellschaft für
bedrohte Völker, Göttingen
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen