piwik no script img

■ PolizeischüsseGrüne kritisieren „Nachrichtensperre“

Hannover (AFP) – Unabhängige Gutachter sollen nach den Vorstellungen von Bündnis 90/ Die Grünen die Vorgänge um den Tod des 16jährigen kurdischen Asylbewerbers Halim Dener untersuchen. Die innenpolitische Sprecherin der Bündnis-Fraktion im niedersächsischen Landtag, Silke Stokar, übte heftige Kritik an der Informationspolitik von Innenministerium und Staatsanwaltschaft zu der Erschießung des Jungen durch einen Polizisten. Diese komme einer Nachrichtensperre gleich, sagte Stokar. Kurdische Organisationen meldeten für den morgigen Samstag um 11 Uhr in Hannover eine Trauerdemonstration an. Sie soll am Klagesmarkt, unweit des Tatorts, starten. Die Abschlußkundgebung ist um 15 Uhr. Halim Dener war in der Nacht zum Freitag nach einer Plakatklebeaktion auf der Flucht vor der Polizei von einem 28jährigen Beamten tödlich in den Rücken getroffen worden. Die Untersuchungsergebnisse des Landeskriminalamtes lassen – so die Grünen – den Schluß zu, daß die „Festnahme des Verdächtigen im Polizeigriff mit gezogener Waffe erfolgte“.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen