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Polizei sperrt das Narmada-Tal

■ Gegner des Narmada-Staudamms werden zwangsevakuiert

Berlin/Herne (epd) – Entgegen einem Gerichtsentscheid werden Dorfbewohner im Einzugsbereich des Sardar-Sarovar-Staudammes im Narmada-Tal offenbar von der Polizei verhaftet und zwangsweise vertrieben. Das berichteten die „Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt“ (ASW) und die internationale Menschenrechtsorganisation „Fian“. Mit dem Einsetzen des Monsuns seien überdies die ersten Hütten vom Wasser des rasch wachsenden Stausees überflutet worden. Am Montag habe das Wasser das Dorf Vadgam erreicht. Auch der Shoolpaneshwar-Tempel im Nachbardorf Manibeli stehe bereits unter Wasser.

Nähere Angaben über die Lage der Ureinwohner im Narmada-Tal seien schwer zu erhalten, da das Tal von starken Polizeikräften abgeriegelt werde, berichteten ASW und Fian. Nach Darstellung des Journalisten Patrick McCully von der in London erscheinenden Zeitschrift Ecologist wurden der Bauer Bhulubhai Tadvi, seine zwei Söhne und acht andere Bewohner Vadgams verhaftet und erst wieder freigelassen, nachdem sie in höher gelegene Gebiete gebracht worden waren. Das Haus von Bhulubhai stehe bereits acht Meter unter Wasser. Die Dorfbewohner im Narmada-Tal weigern sich, ihre Hütten zu verlassen, um die indische Regierung so zu einem Baustopp am Sardar-Sarovar-Damm zu veranlassen.

Bereits an Pfingsten hatten die indischen Behörden versucht, die Narmada-Bevölkerung mit einem massiven Polizeiaufgebot umzusiedeln. Die Sprecherin der Dammgegner, Medha Patkar, hatte einen 15tägigen Hungerstreik erst abgebrochen, nachdem die indische Regierung eine neue Untersuchung des Projekts und die Einsetzung einer unabhängigen Sonderkommission zugesagt hatte. Der Oberste Gerichtshof des Bundesstaates Gujarat hatte die gewaltsame Umsiedelung der Dorfbewohner per einstweiliger Verfügung untersagt. „Offenbar will die indische Regierung Monsun und Polizeigewalt nutzen, um den gewaltfreien Widerstand ein für allemal in den Fluten zu versenken“, erklärte die ASW-Sprecherin.

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