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Pogrome gegen Roma

■ Zigeunerhaß in Rumänien wächst/ Aktionen nach faschistischem Vorbild

Budapest (taz) – In Rumänien waren Roma am Freitag erneut Opfer eines Pogroms. In der Kleinstadt Carpinis, 30 Kilometer westlich von Temeswar, hatten sich etwa 50 Rumänen versammelt. Bewaffnet mit Molotowcocktails, Heugabeln, Brechstangen und Steinen stürmten sie die örtliche Roma-Siedlung und griffen deren Bewohner an. Diese jedoch konnten flüchten, schwerer verletzt wurde niemand. Die Angreifer zündeten sechs Häuser an und zerstörten weitere. Erst danach trafen Polizeikräfte am Ort ein und nahmen elf Menschen, darunter zwei Roma, fest. Auslöser des Angriffs war eine Schlägerei zwischen Roma und Rumänen.

Derartige Pogrome, von denen es seit dem Sturz des Diktators Ceaușescu im Dezember 1989 Dutzende gab, sind nur extremster Ausdruck einer erschreckend anwachsenden Zigeunerfeindlichkeit. So forderte die neofaschistische Partei „Groß-Rumänien“ auf ihrem Parteitag Anfang März, Roma zur Zwangsarbeit heranzuziehen. Eine Partei mit dem Namen „Neue Rechte“, die sich in der Tradition der „Eisernen Garde“ der Vorkriegszeit sieht, ruft die Rumänen auf, eine „Barrikade der Ehre gegen den demokratischen Sumpf“ zu bauen, einen „ethnokratischen Staat“ zu schaffen und gegen Roma und andere Minderheiten vorzugehen. Auch der als Ultrarechter bekannte neue Fernsehchef, Paul Everac, warnt vor einer „Verunreinigung der Nation durch Minderheiten“. Der „Fremdenhaß“ sei nichts anderes als ein „nationaler Überlebenstrieb“; vor allem die „übermäßige Fortpflanzung der Zigeuner“ müsse verhindert werden.

Was rumänische Roma in Zukunft erwartet, stand kürzlich in der Lokalzeitung der Stadt Rimnicu Vilcea am Rande der Südkarpaten zu lesen. Ein Kommando, das den Namen des faschistischen Diktators Ion Antonescu trägt, kündigte Aktionen gegen Roma nach seinem Vorbild an. Antonescu war in den Vierziger Jahren für die Deportation und Vernichtung von mindestens 40.000 Roma verantwortlich. Keno Verseck

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