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PDS toleriert Rot-Grün weiter

■ Sachsen-Anhalts PDS-Landesvorstand übersteht die Vertrauensfrage nach einem internen Finanzskandal

Magdeburg (taz) – Die PDS will die Tolerierungspolitik gegenüber der rot-grünen Minderheitsregierung von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reinhard Höppner fortsetzen. Mit großer Mehrheit nahm ein Sonderparteitag am Samstag einen entsprechenden Leitantrag von Landesvorstand und Landtagsfraktion an. Sachfragen wollen die SED-Nachfolger aber künftig kontroverser mit RotGrün diskutieren, und auch ihr eigenes politisches Profil soll künftig stärker in die Landespolitik eingebracht werden. „Wir wollen die Regierung bis zum Ende der Legislaturperiode kritisch begleiten“, sagte die Chefin der Landtagsfraktion Petra Sitte. Die PDS-Tolerierung gebe es aber nicht um jeden Preis. „Unsere Politik wird nicht von der Koalitionsvereinbarung bestimmt, sondern vom Landeswahlprogramm und dessen Fortschreibung“, sagte der Landesvorsitzende Roland Claus.

Im Mittelpunkt des Sonderparteitages stand eine Vertrauensfrage des Vorstandes. Große Teile der Parteibasis hatten den Vorstandsmitgliedern vorgeworfen, die Kassenführung von Landesschatzmeister Rolf Bernhardt nicht ausreichend kontrolliert zu haben. Damit hätten sie erst ermöglicht, daß Bernhardt bei Dollartermingeschäften 210.000 Mark und damit rund ein Drittel aller Finanzrücklagen der Landes-PDS verspekulierte. Mit komfortabler Mehrheit von fast zwei Dritteln der Delegiertenstimmen überstand der Vorstand die Vertrauensfrage. Nach einer internen Vereinbarung spendet Bernhardt ab sofort jährlich 6.000 Mark in die PDS-Landeskasse. Auch die Vorstandsmitglieder haben sich verpflichtet, mit erhöhten Spenden einen Beitrag zur Schadenswiedergutmachung zu leisten. Eberhard Löblich

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