: Ostsee geht weiter die Luft aus
Wetter verhindert den Zustrom sauerstoffreichen Nordseewassers
Die Hoffnung auf eine große Menge frisches, sauerstoffreiches Wasser für die Ostsee schwindet. Anfang des Jahres war der Wasserstand in der Ostsee auf einen historischen Tiefstand gesunken. Forschende hatten aber einen späteren großen Salzwassereinbruch aus der Nordsee erwartet, der sauerstoffreiches Wasser in das belastete Binnenmeer spült. Die Ostsee ist vor allem durch die Überdüngung in der Landwirtschaft geschädigt, Kunstdünger und Gülle gelangen über Grundwasser und Flüsse ins Binnenmeer und sorgen dort dafür, dass sich Blaualgen explosionsartig vermehren. Dazu kommt der Klimawandel, der das Algenwachstum fördert, bei deren Zersetzung wiederum Sauerstoff verbraucht wird. Normalerweise sorgen starke Einströmungen aus der Nordsee aber immer wieder für einen teilweisen Ausgleich. Doch dieses Jahr spielt das Wetter nicht mit. „Ein klassischer Nordwest-Sturm oder gar mehrere davon sind nicht in Sicht“, sagt Michael Naumann vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde. „Bisher ist kein großer Salzwassereinbruch aus der Nord- in die Ostsee erfolgt.“ Mittlerweile habe sich der Wasserstand in der Ostsee von 67 Zentimeter unter dem Mittelwasserstand Anfang Februar auf nun minus 17 Zentimeter wieder angefüllt – aber nur mit dem eigenen zuvor ausgeströmten salzarmen Wasser gemischt mit etwas Wasser aus dem Kattegat. Für eine belebende Belüftung der zentralen Ostseegebiete reiche dies nicht, so der Experte. (epd)
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