: Operative Sitzung
■ Gregor Gysi händeschüttelnd auf PDS-Tour
„Wir fangen klein an“, zwinkerte Gregor Gysi den JournalistInnen zu und nannte die Übersichtlichkeit Bremens als einen der zwei Gründe, warum sich die Bundestagsgruppe der PDS Bremen für ihre erste „operative Sitzung“ im Westen auserkoren hatte. Der andere: Bremens katastrophale Finanzsituation ist den ostdeutschen Ländern vergleichbar — „da können wir von Bremen lernen“. Kaum noch Gestaltungsspielräume für Politik, Politiker als Mängelverwalter — das sei der Situation in Mecklenburg-Vorpommern doch sehr ähnlich.
Die Bundestagsgruppe um Gysi hat sich für ihren dreitägigen Aufenthalt ein Mammutprogramm vorgenommen, da bleibt kaum eine Hand ungeschüttelt. Auch nicht die von Bürgermeister Wedemeier, den Gregor Gysi am Mittwoch mittag nach dessen Auftritt im Stadtwerke-Untersuchungsausschuß getroffen hat. Er habe Wedemeier juristischen Beistand angeboten, scherzt Rechtsanwalt Gysi und diktiert der Presse ein weiteres Bonmot in die Feder: Am Samstag drücke er Werder die Daumen. Die Bayern seien schon viel zu oft Deutscher Meister geworden. Mit der Fußballmeisterschaft sei es wie mit der Kanzlerschaft: Bayern München und Kanzler Kohl gehörten mal wieder auf die Oppositionsbank.
Womit wir beim Thema Wahlen wären: Bei der Bundestagswahl 1990 hatte die PDS in Hamburg und Bremen die meisten Prozente eingefahren. Auch für 1994 rechnet Harald Werner, Landesvorständler für die PDS/ Linke Liste in Bremen/Niedersachsen mit einem Ergebnis jenseits der Fünf-Prozent-Hürde. Bei einem Treffen der Bundestagsgruppe mit Bremer Initiativen haben sich gar vier Leute bereit erklärt, für's nächste Jahr eine WählerInnen-Initiative auf die Beine zu stellen. B.A.
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