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Olympia-Attentat: Akten vernichtet

Pegnitz (AP) - Nach Angaben der bayerischen Justizministerin Mathilde Berghofer-Weichner sind eine Reihe von Ermittlungsakten der Münchner Staatsanwaltschaft zum Olympia-Attentat von 1972 im Reißwolf vernichtet worden. Am Rande der Justizministerkonferenz der unionsgeführten Länder in Pegnitz sagte die CSU-Politikerin am Samstag, nach einer gewissen Zeit der Verjährung werde Aktenmaterial aus dem Justizarchiv zerstört. Diese hausinterne Anweisung sei auch im Falle der Untersuchungen der Geiselnahme und der anschließenden mißglückten Befreiungsaktion von vor 20 Jahren angewandt worden. Dabei waren elf israelische Sportler, fünf arabische Attentäter und ein Polizist getötet worden.

Obwohl kein Vermerk über die Vernichtung vorliege, könne von Vertuschung oder dem Verschwinden von Akten keine Rede sein, betonte Berghofer-Weichner. Bei den Papieren handele es sich um die Ermittlungsergebnisse gegen den damaligen Münchner Polizeipräsident Manfred Schreiber und seinen Stellvertreter Georg Wolf. Das Verfahren gegen die Beamten, denen grobe Fehler beim Einsatz gegen die Terroristen vorgeworfen worden waren, war eingestellt worden. Nach Ansicht des israelischen Anwalts von Hinterbliebenen der Attentatsopfer bedeute die Einsicht in diese Akten jedoch die letzte Möglichkeit, ein Zivilverfahren um Schadenersatz anzustrengen. Nach Darstellung von Berghofer-Weichner fordert der Rechtsanwalt der Angehörigen etwa 46 Millionen Mark Schadenersatz.

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