piwik no script img

Ohne chemische Keule

■ Verbraucherzentrale: Haushalts-Schädlinge „sanft“ bekämpfen

Fast glaubt man sich in einen Gruselfilm versetzt, wenn man beim morgendlichen Verzehr des freudig ersehnten Müsli innehält, weil einem etwas von unbekannter Konsistenz zwischen die Zähne geraten ist und man vom Hauch einer Ahnung angeflogen wird, die schließlich zur schrecklichen Gewißheit wird, wenn man sich das Etwas mit spitzen Fingern vor die Augen hält: ein Mehlwurm. Iiii-gitt!

Dennoch, kein Grund, Amok zu laufen. Immer noch setzen die meisten Menschen auf „chemical warfare“, wenn es um die Bekämpfung von Mehlwürmern oder anderen Vorratsschädlingen wie Ameisen und Silberfischchen geht. Die Verbraucherzentrale warnt vor hemmungslosem Umgang mit Schädlingsbekämpfungsmitteln. Denn manche der Chemikalien enthalten ähnlich wie Holzschutzmittel starke Nervengifte, die Haus und Hof auf Jahre unbewohnbar machen können. Der gesamte Bereich der Schädlingsbekämpfung in Innenräumen ist gesetzlich weitestgehend ungeordnet, weder müssen die Mittel zugelassen sein, noch werden Schädlingsbekämpfer ausgebildet.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt harmlosere Mittel: Silberfischchen fängt man, indem man ein weißes, feuchtes Baumwolltuch mit etwas Gips gepulvert in einer Zimmerecke auslegt. Die Tierchen werden es als Versteck nutzen, so daß man das Tuch nur noch draußen ausschütteln muß. Um jedoch Insekten im Haushalt erst gar keine Chance zu geben, gibt es verschiedene Vorbeugemaßnahmen: Frische Lebensmittel schon vor dem Einlagern auf einen Schädlingsbefall kontrollieren und anschließend in dicht verschließbare Behälter umfüllen, denn „Tütenwirtschaft“ und offene Reste bieten ideale Entwicklungsbedingungen.

Aber nicht nur Vorratsschädlinge, auch Katzen-, Hunde- und Igelflöhe und Pflanzenschädlinge gedeihen unter den derzeitigen Temperaturen hervorragend. Sie alle lassen sich mit natürlichen Methoden vertreiben. Pflanzt man Lavendel zu Rosen oder anderen Pflanzen, werden Ameisen und Blattläuse abgehalten. Auch ein Guß mit einer selbsthergestellten Spritzbrühe aus Kräutern vertreibt unliebsame Insekten.

Wer unerwünschte Gäste ohne „chemische Keule“ bekämpfen will, erhält beim Ansagedienst der Verbraucherzentrale noch mehr nützliche Tips: Vom 1. bis 7. August unter der Telefonnummer 11606. Saskia Maier

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen