: Ötzi war mit 30 schon ein Wrack
Wien (APT/taz) – Der als „Ötzi“ berühmte Steinzeitmann, dessen mumifizierte Leiche 1991 in den Ötztaler Alpen gefunden wurde, war mit seinen etwa 30 Jahren körperlich am Ende. Der Mann, der vor rund 5.300 Jahren in der Jungsteinzeit lebte, wurde vom Leben rauh behandelt. Neueste Untersuchungen haben ergeben, daß Ötzi gebrochene Rippen, ein gebrochenes Nasenbein und erfrorene Zehen hatte. Man nimmt an, daß ihm vor seinem Tod ein schwerer Unfall zustieß. Mit seinen vermutlich 30 Jahren hatte Ötzi ein für damalige Verhältnisse respektables Alter erreicht. Noch Ende des letzten Jahrhunderts lag die durchschnittliche Lebenserwartung bei 35 Jahren. Ansonsten wurden bei Ötzi degenerative Veränderungen der Wirbelsäule diagnostiziert, eine ungeklärte Wucherung im Rückenmark, Hüftgelenkarthrose, massive Abnutzungserscheinungen an Halswirbelsäule und Sprunggelenken, Verkalkungen in den Blutgefäßen und starke Abnutzung der Zähne. Außerdem stellte man genetische Defekte fest. Ötzi hatte elf statt zwölf Rippenpaare; auch seine Weisheitszähne waren nicht regelmäßig. Das Hirn ist noch vollständig vorhanden; es ist in den vergangenen Jahrtausenden um nicht mehr als ein Drittel geschrumpft. Mit Gewebeuntersuchungen soll noch geklärt werden, ob Ötzi zuviel Fett gegessen hat und wie es um seinen Cholesterinspiegel bestellt war.
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