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Nur „schlechte Schweizer“ für EWR?

■ Referendum im Dezember/ Angst vor „Überfremdung“

Genf (epd) – „Ein Klima von Härte und Gehässigkeit“, so beschreibt der schweizerische Vizekanzler Achille Casanova die Debatte um den Beitritt seines Landes zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Am 6. Dezember sollen die SchweizerInnen in einem Referendum sagen, ob sie dem Freihandelsabkommen von EG- und Efta-Ländern beitreten wollen.

Die Gegner des Beitritts agieren mit bisher unbekannter Härte und viel Geld. Außenminister René Felber klagte über „Todesdrohungen“, seinem Kollegen Adolf Ogi flatterte eine Bombendrohung ins Haus, EWR-Befürworter werden als „schlechte Schweizer“ abgekanzelt. Gut zwei Wochen vor der Volksabstimmung scheint den Gegnern der Erfolg sicher zu sein. Nach Umfragen lehnt die Mehrheit die Integration nach Europa ab, nur sechs der 23 Kantone sagen „Ja“ zum EWR. Mit Inseraten, Broschüren und Vorträgen schafften es die etwa 30 Anti-EWR-Komitees, den europafreundlichen Trend vom Sommer umzukehren.

Galionsfigur der GegnerInnen ist Nationalrat Christoph Blocher. Seine „Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz“ kämpft verbissen gegen die „miesen Typen im Bundesrat, die unser Land an Brüssel verkaufen wollen“. „Verschachert“ und „Überfremdung“ – so lauten die Überschriften der mit großem Trauerrand versehenen Inserate von Blocher und seinen Sympathisanten.

Erst die drohende Niederlage schreckte die Beitritts-Befürworter auf: Große Unternehmen drohen bei einem „Nein“ mit ihrer Abwanderung ins Ausland. Mit Slogans wie „Arbeitsplätze statt Arbeitslose“ haben sie nun ihre Kampagne für einen Beitritt zum EWR mit seinen 380 Millionen VerbraucherInnen gestartet.

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