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Nun zum Wetter

Endlich verlassen sich mal so richtig seriöse Menschen auf den Wetterbericht und schaffen Fakten, anstatt immer nur auf den angeblich ständig falschen Vorhersagen herumzuprügeln. Da werden die Wetterredaktionen dieser Welt doch nur ganz traurig. Dass es besser geht, macht anschaulich das Oldenburgische Staatstheater vor. „Sommerbeginn schlägt Frühlings Erwachen“ heißt es zur Begründung des Ausfalls der am 30. April vorgesehenen Vorstellung von Frank Wedekinds Kindertragödie im 800 Zuschauer fassenden Großen Haus des Staatstheaters. „An den ersten heißen Tagen der Saison genießen selbst begeisterte Theatergänger lieber das Warme und Schöne der Natur als das Wahre und Schöne der Kunst“, haben die Theater-Meteorologen und -Psychologen herausgefunden. Theater frei wird Oldenburg am Sonntag allerdings nicht sein. Henrik Ibsens „John Gabriel Borkmann“ bietet wie geplant in einer Nachmittagsvorstellung im Kleinen Schauspielhaus dem „Sommer“ die Stirn. Bei so viel Chuzpe kann es doch dann nur wieder zu Regen kommen. Wie blöd muss man eigentlich sein? Trotzdem bleibt die Wetterredaktion standhaft bei der Wochenendvorhersage: Es bleibt schön, größtenteils sonnig bei bis zu sage und schreibe 27 Grad.