Nordkorea kündigt Atomtests an: Ein „jahrhundertelanger“ Kampf

Das Regime in Pjöngjang droht mit weiteren Tests von Langstreckenraketen. Wegen des letzten Starts Ende 2012 wurde erst am Dienstag eine UN-Resolution verhängt.

Der nordkoreanische Verteidigungsausschuss bekräftigte, bei dem Abschuss im Dezember sei lediglich ein Satellit in den Weltraum gebracht worden. Bild: dpa

SEOUL dapd | Wenige Tage nach der Verabschiedung einer gegen Nordkorea gerichteten UN-Resolution lässt Pjöngjang die Muskeln spielen. Die Militärführung drohte am Donnerstag mit einem Atomwaffentest und dem Start weiterer Langstreckenraketen. Die „anhaltende Feindseligkeit“ der USA könnte zu einer „umfassenden Konfrontation“ führen, hieß es in einer Erklärung des Nationalen Verteidigungsausschusses.

Am Dienstag hatte der Weltsicherheitsrat den jüngsten Raketenstart Nordkoreas vom Dezember in einer Resolution verurteilt und weitere Sanktionen gegen das Land verhängt. Der Verteidigungsausschuss bekräftigte, bei dem Abschuss im Dezember sei lediglich ein Satellit in den Weltraum gebracht worden.

Allerdings hieß es in der Erklärung auch, weitere Raketenstarts könnten einem militärischen Zweck dienen: einem Angriff auf die USA. „Eine neue Phase des jahrhundertelangen Kampfs wird sich gegen die USA richten – den Erzfeind des koreanischen Volkes“, zitiert staatliche Medien aus der Erklärung des Verteidigungsausschusses.

Nordkorea nahm bereits 2006 und 2009 unterirdische Kernwaffentests vor. Bei einer Militärparade im vergangenen April waren Flugkörper zu sehen, bei denen es sich offenbar um Interkontinentalraketen handelte. Experten gehen jedoch davon aus, dass Nordkorea weitere Atomwaffentests durchführen muss, um die Gefechtsköpfe soweit zu verkleinern, dass sie von Langstreckenraketen getragen werden können.

Südkorea hat sich besorgt über die Ankündigung Nordkoreas zu einem neuen Atomtest gezeigt. „Unsere Regierung bedauert zutiefst, dass Nordkorea eine solche Erklärung abgegeben hat“, erklärte ein Sprecher des Außenministeriums in Seoul am Donnerstag. Südkorea fordere den Nachbarn im Norden auf, die Warnungen der internationalen Gemeinschaft ernst zu nehmen und „keine weiteren Provokationen“ vorzunehmen, darunter Atomtests.

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