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„Nie wieder Bruderhilfe“

■ CSSR: 370 Festnahmen am Jahrestag der Invasion

Prag (ap) - Trotz polizeilichen Verbots haben sich am Montag abend rund 3.000 tschechoslowakische Oppositionelle und ausländische Sympathisanten auf dem Prager Wenzelsplatz versammelt, um des blutigen Endes des Prager Frühlings am 21.August 1968 zu gedenken und demokratische Reformen zu fordern. Die Polizei reagierte auf die Demonstration mit der Härte, die sie angekündigt hatte; sie setzte Schlagstöcke ein und nahm 370 Personen fest.

Bei den Inhaftierten soll es sich um 320 tschechoslowakische Bürger und 50 Ausländer handeln. Sie würden nach den geltenden Gesetzen der CSSR verurteilt, zitierte die Nachrichtenagentur 'ctk‘ Regierungsvertreter.

Die tschechoslowakischen Behörden machten ausländische Medien und „Provokateure“, besonders aus Ungarn, Polen und Italien, für die Proteste verantwortlich. Sie hätten Demonstrationen überhaupt erst angestachelt, indem sie sie bereits angekündigt hätten, bevor sie überhaupt begonnen hätten.

In der polnisch-tschechischen Grenzstadt Teschen hatte am Montag eine Gruppe von Polen - darunter Abgeordnete und Senatoren von Solidarnosc - des Jahrestags der Invasion gedacht. Der Solidarnosc-Abgeordnete Jacek Kuron sagte, die damalige polnische Beteiligung an der Invasion sei um so schmerzlicher, als sie ohne Zustimmung des polnischen Volks erfolgt sei. Auf einem Transparent hieß es: „Nie wieder 'Bruderhilfe'“. Reportage aus Prag auf Seite 5

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