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„Nice Scheiß“ für den Gabentisch

Wenn Sie über 18 sowie kontaktarm sind und vor Weihnachten noch nach London kommen, können Sie sich selbst ein Geschenk machen, um das Sie die verklemmte Verwandtschaft beneiden wird: ein digitales Video, das Sie – ganz nach dem Vorbild des Bestsellers Joy of Sex – in die Geheimnisse des Sex einweiht. Interaktives Fernsehen für sexuell inaktive Menschen. Ihre Video-Partnerin ist eine ältere Frau auf einer Wiederentdeckungsreise ihrer Sexualität. Sie erinnert fatal an Norma Major, die Frau des blassen britischen Premierministers. „Ich starre an die Decke und frage mich, ob das alles so sein muß“, sinniert Norma. „Ich kenne die Antwort – es muß verdammt noch mal nicht so sein. Ich will es ändern.“ Und dann kommen Sie ins Spiel. Mit der Hand am Joystick... In Deutschland kommt das Video erst im nächsten Jahr heraus, für den US-Markt muß es gar zensiert werden. „Ich muß sie nur anschauen“, sagt Lusty über seine junge Frau, „und ich werde – nun ja – hart.“ Dieser Satz ist nichts für US-Ohren. In England kostet das Vergnügen 399 Pfund (gut tausend Mark). Dafür bekommen Sie aber auch den CD- i-Spieler von Philips dazu und können sich darüber hinaus drei andere Führer durch die Welt des Sex aussuchen: den komischen alten Kauz, die junge Hausfrau oder den lüsternen jungen Kerl. Sie können es aber auch seinlassen. RaSo

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